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Heimat eins bis sechs

Heimat ist (zum Ersten) ...

wohl weicher Sand, zwischen kleinen nackten Zehen,
ein warmer Sommerwind, in feinen Kieferzweigen,
tiefer Wellenatem, der wie Herzensflehen,
mich drängt den Leib, vorm Horizont zu neigen!

Autor Carsten Kiehne


Heimat ist (zum zweiten)...
eine Suche,
ein Weg,
ein gemeinsamer Ort,
wo du dich wohlfühlst,
wo du bist, wie du bist.

Autor der Denker

Heimat ist (zum dritten) ....
wo man dich kennt,
wieder erkennt,
Herkunft,
zu Hause.
wo Du ganz Du bist.

Autor der Denker

Heimat ist (zum Vierten) ...

Heimat ist mir Räderrumpeln einer alten Straßenbahn,
Gassenlärm und Schlaglochhumpeln, habens früh mir angetan!

Ja, wie lieblich in der Ferne, schrillt und jault das Martinshorn,
ach, wie hör ichs kindlich gerne, lerne spielend zeitverlorn.

Und die keimenden Gedanken, lieb betäubt von dem Geruch
nassen Asphalts und dem blanken Trabbismog im Taschentuch!

He-Man war mein Wegbegleiter in dem engen Hinterhof,
öd und grau, doch träumend heiter, kämpft ein Held und Philosoph!

Blutverschmierter Ellenbogen, Tränen sind schnell fortgewischt,
Oma hat, Übel verflogen, Nudelsuppe aufgetischt!

Selbst gepresster Apfelsaft, dann die gehasste Mittagsruh,
son Halbtagsjob, der kostet Kraft, ... nachher bin ich Winnetou!

Autor Carsten Kiehne

Heimat (ist zum Fünften)...

Große, grüne Heimatwälder,
liegen still im Morgentau,
über Wiesen, Seen, Felder,
kriecht der Nebel kalt und grau.

Kühle, frische Wasserquellen,
sprudeln aus dem Boden klar,
Koppen, Schmerlen und Forellen,
sind hier zahlreich auffindbar.

Seen, Flüsse, Bäche, Weiher
führen Wasser sauber, rein,
daraus Kormoran und Reiher,
jagen Fische bis zum Main.

Viele Schlösser wie aus Sagen,
Burgen wehrhaft, stolz und alt,
Wind streicht heulend voller Klagen,
oben um die Türme kalt.

Reich an Fachwerk die Gebäude,
alte Pflastergassen schmal,
artbelassen auch noch heute,
Dörfer hier, in jedem Tal.

Hänge sieht man voll mit Reben,
Prächtig grün und rot gedeih´n,
himmelwärts zur Sonne streben,
schenken wunderbaren Wein.

Gottesfürchtig bei der Arbeit,
Winzer, oben steil im Hang,
Bauern unten voller Schlichtheit
auf dem Feld beim Schaffensgang.

Ernst und fleißig sind die Leute
und das Morgen ist nicht fern,
denken nicht nur an das Heute,
dennoch feiern sie auch gern.

Freunde, Nachbarn und Bekannte,
miteinander eng vertraut,
vielerorts man hat Verwandte,
stärkend aufeinander baut.

Jedes noch so kleine Weinblatt,
hält mich wie mit einem Band,
fest verwurzelt, bist mir Heimstatt,
du mein Franken, Heimatland.

Autor © M. M. Werner

heimat ist(zum sechsten)

wohlig warm
wilkommensein
erfreut
umarmt
begrüßt
nicht einsam zweisam dreisam
gemeinsam beieinander
miteinander
da
füreinander
familie
freunde
du ich er sie wir
hier
da
dort
wo dein herz ist

Autorin nyuszika

Sprecherin nyuszika

die Autoren der Gedichte stehen unter den jeweiligen Texten

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