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Gedicht zu Bild 108

Meiers Garten

Als Kinder nahmen wir den Pfad,
durch Meiers großen Garten,
die ganze Horde mit dem Rad,
so kürzten wir die Fahrten.

Denn viel zu lang, der Weg herum,
so wir uns nicht lang plagten,
wir scherten uns nicht mal darum,
was uns die Eltern sagten.

Des Meiers Blumen und Salat,
die flogen durch die Lüfte,
doch ahnden konnt´ er nicht die Tat,
mit seiner schlimmen Hüfte.

So stand er da und hob die Faust
und schimpfte laut, der Landmann,
wir schrie´n zurück: „ Wenn du dicht traust,
dann fang uns doch, du Blödmann.“

Dann kam der Tag, er nicht mehr schrie,
was uns doch sehr verblüffte,
wir radelten durch Sellerie,
ein Hund sprang durch die Lüfte.

Dem Dieter biss er in das Bein,
die Hose war verloren,
dann hörte man ihn lauthals schrei´n,
wie Rache hat geschworen.

Der Dieter, der kam jede Nacht,
den Hund er hat gefüttert,
hat ihm was feines mitgebracht,
die Treue so erschüttert.

Dann endlich kam der Rache Zeit,
der Hund ließ ein den Dieter,
der sagte sich: „Es ist soweit,
die Schmach kriegt Meier wieder.“

In stundenlangen Schufterei´n,
der Dieter schmückt den Garten,
setzt Plastikbecherblumen ein,
für echte Blumenarten.

Der Meier wochenlang im Ort,
der musste Spott aushalten,
er räumte zwar die Becher fort,
doch blieb das Bild erhalten.

@ M. M. Werner

Autor M.M. Werner
Sprecherin Katrin

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