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Eisgeist

„Eisgeist, sag mir,
wo nur versteckt sich der Sommer,
bist du ihm begegnet?“

„Er liegt röchelnd komatös,
gleich hier unter der meterdicken,
grell weißen Schicht meines feinsten Schnees!
In seinen Gliedern, seinem Herzen,
stecken Eiszapfen, so gewaltig und scharf,
wie er selbst zu mir gewesen!
Komm, Lebensatem, zieh’ sie heraus,
nur geschwind treib ihn aus,
den bittren Winter!“

„Nein, ich will ihn ruhen lassen,
seine Wunden werden heilen,
wenn Imbolc naht!
Sonst gleicht sein Schicksal,
der angstvollen Forelle,
die mit letzter Kraft,
den Sprung aus dem Fluss wagte,
um dem Erfrieren zu entgehen
und am Ufer erstickte.“

Autor Carsten Kiehne
Sprecher der Denker und nyuszika

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