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Die Rache der Schirnbachquelle.

Die Rache der Schirnbachquelle

A böser Müller hart und reich,
betrog die Leut ums Korn,
lässt voller Geiz sei Kinner schleich,
für Beeren durch die Dorn.

Doch tun die spiel nah bei der Quell,
als sie an Knabn sehn,
mit lockig Haar des leuchtet hell,
sie zu ihm nüber gehn.

Der Müllerjunge freundlich reicht,
die Waldbrombeern dem Kind,
und weil sichs richtig hungrig zeicht,
leert sich der Topf a gschwind.

Den Müllerkindern, des gut gfällt,
und fülln den Topf erneut,
bekomme den zurück voll Geld,
die Dankbarkeit sie freut.

Der Knabe aber lächelt hold,
und in der Quell verschwind,
die Kinder renne hem zeings Gold,
vor Gier der Vater blind.

En großn Korb, er darum holt,
zur Kinner sagt er gmein,
ihr sammelt Beeren wiederholt,
am Amd soll voll der sein.

Der Korb is voll bis obn hin,
die Kinner arch verletzt,
denn durch die Büsch bis Abnd sin,
den ganzn Tag sie ketzt.

Sie Stelln den Korb am Quellrand auf,
solln nach dem Knabn schrei,
wie über Treppen, steigt der rauf,
aus kaltem Nass herbei.

Es Licht scheint fahl, nei in sei Gsicht,
die Kinner packt am Kraang,
tief in die Quell, im Mondeslicht,
zieht er sie nei, die Plaang.

Dann steigt es Wasser schnell nach ohm,
und mit sich im Gewühl
die Massn reißn weg und toom,
den Müller samt der Mühl.

Doch als die Sonn am Morgn scheint,
is friedlich Bach und Land,
für Mühl und Müller niemand weint,
als hätt mers nie gekannt.

Des Qellkind aber Schutz hat gem,
der Kinner vor der Flut
und seither tun die druntn lem,
im Reich der Sagn gut.

Autor und Sprecher M.M.Werner

schauthörtlest auch hier wieder rein..es lohnt sich :)

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